Volksfürsorge Lebensversicherung
Geschichte
1911 wurde auf einem Kongress der freien Gewerkschaften beschlossen, dass eine genossenschaftliche Unterstützungseinrichtung gegründet werden soll. Daraus entstand 1913 in Hamburg das Versicherungsunternehmen Volksfürsorge als gewerkschaftlich-genossenschaftliche Aktiengesellschaft. Mögliche Kunden waren über 2 Millionen Gewerkschaftsmitglieder und über 1 Millionen Genossenschafter. Diese konnten durch die Volksfürsorge Lebensversicherung im Todesfall eine finanzielle Absicherungen erhalten. Die Volksfürsorge grenzte sich von den damals typischen kapitalistischen Versicherungsunternehmen ab. Vor allem ein kleiner Außendienstapparat und die Nutzung der bereits vorhandenen Strukturen der gewerkschaftlichen Vertrauensleute war neu und von Vorteil. Viele andere Versicherungen boten Lebensversicherungen zu sehr schlechten Konditionen an, sodass nur die Unternehmen, nicht aber die Arbeiter profitierten. Das neue Konzept der Volksfürsorge kam in der Bevölkerung gut an. Bereits nach 2 Jahren wurden bei der Volksfürsorge über 160.000 Lebensversicherungen mit einem Wert von 24,5 Millionen Mark abgeschlossen.
Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 wurden alle freien Gewerkschaften verboten. Die Volksfürsorge wurde daraufhin in die Deutsche Arbeiterfront eingegliedert und stieg so zur größten deutschen Versicherung auf. Nach dem Krieg wurde die Versicherungsgesellschaft neu gegründet und firmierte unter dem Namen Alte Volksfürsorge. 1957 hatte die Alte Volksfürsorge wieder 3,7 Millionen Versicherungen mit einer Gesamtsumme von 2 Milliarden Mark. Unter dem Werbeslogan “Keine Sorge, Volksfürsorge” wuchs das Geschäft in den 1970er Jahren weiter.
Übernahmen der Volksfürsorge
Durch verschiedene Skandale in den Achtzigern und dem daraus resultierenden finanziellen Schaden erwarb die Aachen und Münchener Versicherungsgruppe 1988 25 Prozent des Aktienkapital der Volksfürsorge. 2 Jahre später übernahm die Aachener und Münchener, heute Generali Deutschland, die Volksfürsorge komplett. Im September 2007 wurde bekanntgegeben, dass die Volksfürsorge und Generali Deutschland fusionieren werden. Die Volksfürsorge ist seitdem eine reine Vertriebsgesellschaft der Generali und dessen Produktpartnern in Deutschland. Sie vertreibt Produkte der Generali Versicherungen, der Advocard Rechtsschutzversicherung, der Deutsche Bausparkasse Badenia und der Central Krankenversicherung.
100 Jahre nach ihrer Gründung wurde die Volksfürsorge Ende 2014 zugunsten von Generali Deutschland komplett aufgelöst.